Aktuelle Debatte zum Thema

In der Oktoberausgabe von KONKRET ist auf Seite 40 folgender Artikel zu lesen:

Krieg als Erlebnis – Die Militariaszene spielt zum 200. Jahrestag der Völkerschlacht bei Leipzig mit einem Großaufgebot das Gemetzel nach.

 Von Bertram Haude

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Veranstaltung der Marx-Engels-Stiftung

Sa, 12.10.2013, 10-17 Uhr, 

Bürgerverein Messemagistrale, Straße des 18. Oktober 10a, Leipzig

200 Jahre Völkerschlacht bei Leipzig – Eine kritische Betrachtung

  • Kurt Pätzold: Befreiung ohne Freiheit – Zum Nachleben des Befreiungskrieges in den deutschen Gesellschaften
  • Kai Köhler: Rezeption und Reflexion des Antinapoleonismus in der zeitgenössischen Literatur
  • Frank Eisermann: Französische Revolution, Napoleon und “Befreiungskrieg” – Was sagte das deutsche Bürgertum
  • Bertram Haude: Krieg als Hobby – Reenactment  als “Geschichtsaneignung mit emotionalem Zugang” oder folkloristische Trivialisierung von Gewalt?

Deutschlandradio Kultur –  Zeitreisen - Mittwoch, 16. Oktober 2013 – 19:30

Völkerschluchzdenkmal

1813 und die Erinnerungen an das geschichtliche Großereignis

Von Nana Brink

Genau 100 Jahre nach der Schlacht (16.-19.10.1813) wurde das Leipziger Völkerschlachtdenkmal eingeweiht. Als nationaler Sehnsuchtsort entsprach es dem wilhelminischen Zeitgeschmack. Von Bürgern finanziert war es auch ein Triumph deutscher Ingenieurskunst. Wenige Jahre nach seiner Einweihung war das deutsche Kaiserreich jedoch Geschichte – es folgten Demokratie, Diktatur, staatliche Teilung und Wiedervereinigung. Jede Zeit versuchte nun, den pseudosakralen Ort für sich zu definieren. Die Nazis vereinnahmten das Denkmal mit den germanisierenden Figuren für ihre Ideologie. In der DDR machte Walter Ulbricht das Denkmal zum Symbol der deutsch-sowjetischen Waffenbrüderschaft, gegen den “westlichen Aggressor Napoleon”. Am Fuße des Monuments indes, abseits der offiziellen Riten, entdeckten die Liebespaare das ›Völkerschluchzdenkmal‹ ganz privat für sich. 1990 erbte das wiedervereinigte Deutschland das verfallende Leipziger Ungetüm – und erst einmal herrschte Ratlosigkeit über den angemessenen Umgang mit diesem Ort nationalen Gedenkens. Und heute? Zum Jubiläum wird das Denkmal restauriert präsentiert – mit Festakt, Friedensgebeten, Friedenskonzerten und europäisch inspirierten Feiern: Wird aus dem Symbol nationaler Macht ein deutsches Friedenszeichen für Europa? “Es steht nun mal da”, bemerkte lakonisch der Schriftsteller Erich Loest in seinem 1984 erschienenen Buch ›Völkerschlachtdenkmal‹

Deutschlandradio Kultur –  Lange Nacht - Samstag, 19. Oktober 2013 – 00:05

 
Das Metzeln und das Monstrum

Eine Lange Nacht zur Völkerschlacht bei Leipzig

Von Tobias Barth, Hartmut Schade und Peter Hugo Scholz / 
Regie: Stefan Hilsbecher
Vor 200 Jahren die Schlacht, vor 100 Jahren das Denkmal: In Leipzig ist das große Metzeln vom Oktober 1813 bis heute präsent. Anlass für eine ›Lange Nacht‹ zwischen Militärhistorie, deutscher Erinnerungskultur und einem tartarischen Kosakendorf. Mit über 100000 Toten gilt die Völkerschlacht als eine der größten und blutigsten Feldschlachten in der Geschichte der Neuzeit. Erstmalig kamen Raketenwerfer zum Einsatz – während zugleich auch noch Pfeil und Bogen töteten. Nach Leipzig war Napoleon endgültig geschlagen, auch wenn der Krieg sich noch hinzog, letztlich bis Waterloo. Im Schulbuch und im offiziellen Gedächtnis gilt die Völkerschlacht als eine Geburtsstunde Deutschlands. Allerdings wurde 200 Jahre lang höchst unterschiedlich an das Ereignis erinnert: vom stillen Gedenken bis zum pompösen Aufmarsch. Ein Badewannenrennen zu Füßen des Denkmals karikiert heute die Heldenmythen – und konkurriert mit den ›Reenactments‹, bei denen Geschichtsfanatiker Teile der Schlacht nachspielen. Das Andenken an die Völkerschlacht lebt auch anderenorts fort: Statt eines Siegessoldes belohnte der Zar seine Kosaken mit Land. Und so gibt es bis heute einen Ort ›Leipzig‹ hinterm Ural. Dort entsteht gerade eine Kopie des Völkerschlachtdenkmals im Maßstab zehn zu eins.