Verena Landau

Konsumschlachtendenkmal (Fotomontage/Werbeplakate)

 

Orte: An verschiedenen Standorten der Stadt Leipzig informiert der Coollite Werbetruck über die geplante Umnutzung des Völkerschlachtdenkmals als Mega-Kaufhaus Euro Arena. Die Künstlerin ist anwesend. (Stationen siehe unten!)

Zeitraum: 24.10.2013, 11:30–21:30 Uhr

 

Route des Coollite Werbetrucks:

11:30–12:30 Uhr Augustusplatz

12:30 Moritzbastei (Seite Schillerstraße)

13:00 – 14:00 Uhr Völkerschlachtdenkmal (Parkplatz)

14:00–17:30 Fahrt durch den Leipziger Südraum

17:30–18:30 Uhr (Marktplatz, Ecke Katharinenstraße)

18:45–19:15 Uhr Höfe am Brühl (Seite Brühl)

19:30–20:30 Uhr Ausklang mit Umtrunk am Südplatz (Karl-Liebknecht-Straße)

Verena Landaus Projekt bezieht sich auf den Aspekt der Erinnerung und den Umgang mit Gedenkorten im Hinblick auf ihre Kommerzialisierung. Mit Bezug auf den Begriff »Erinnerungsort« konzentrierte sie sich im Rahmen des Projektes „Konsumschlachtendenkmal“ explizit auf das Leipziger Völkerschlachtdenkmal. Aus einer Bildrecherche zur Thematik der Funktionalisierung und Verkonsumierung von Erinnerungsorten generierte sie Bildvorlagen für Fotomontagen. Im spielerischen Umgang mit den ausgewählten Bildern wird der kommerzielle Aspekt der mit Bedeutung aufgeladenen Orte überhöht und zugleich Landaus subjektive Wahrnehmung dieser Situationen sichtbar gemacht. Die Fotomontage des Völkerschlachtdenkmals als »Konsumtempel« dient zur Visualisierung für ein großformatiges Werbeplakat, welches den Umbau des nicht mehr gebrauchten Denkmals und die Eröffnung des zukünftiges Mega-Kaufhauses am 18. Oktober 2014 ankündigt. Warum sollte nicht das Völkerschlachtdenkmal, das von Vielen als sperriges und problematisches Bauwerk gesehen wird, als Unterbringung für ein innovatives und ungewöhnliches Shopping- und Erlebniscenter dienen?“

Verena Landau: „Ich möchte mit meinem Projekt »Konsumschlachtendenkmal« nicht den moralischen Zeigefinger erheben, dass an Erinnerungsorten keinerlei kommerzielle Verwertung stattfinden sollte.  Ich will den Blick schärfen für das, was an diesen Orten passiert oder passieren könnte. Oft ist an Gedenkstätten ein extremer Ausverkauf kultureller Werte zu beobachten, wodurch ein konsumierendes Verhalten begünstigt und eine ernsthafte Auseinandersetzung mit Gewalttaten der Vergangenheit und Gegenwart eher verhindert wird.“

Kurator Stefan Kausch: „Die Nutzung eines fahrenden Werbeträgers bringt die Kritik an der Vermarktung des doppelten Jahrestages direkt ins Rollen, nämlich an die Orte, wo genau dieses täglich passiert. Ob nun Völkerschlachtdenkmal, Bildermuseum oder die vielen Einkaufscenter in der Innenstadt, immer spielen Verkaufs- und Vermarktungsstraegien eine zentrale Rolle. Die Arbeit fragt, wo und wie heute überhaupt noch Schranken für diese Konsumentgrenzung denkbar sind.“
(Zitiert aus der Presseerklärung zum Projekt »Konsumschlachtendenkmal«)

 

Weitere Informationen zu Verena Landau:

http://www.verenalandau.de/